Mediation: Vielleicht müsst Ihr Euch nicht einigen, um Euch zu verstehen
„Aber wir werden uns darüber niemals einig!“
Vielleicht stimmt das sogar. Und vielleicht ist das gar nicht nötig. Denn Verständigung bedeutet nicht, dass zwei Menschen am Ende dieselbe Meinung haben müssen.
Ich kann verstehen, warum Dir etwas wichtig ist, ohne es genauso zu sehen.
Ich kann Deine Sicht nachvollziehen, ohne meine eigene aufzugeben.
Und ich kann akzeptieren, dass Du etwas anders erlebt hast, ohne entscheiden zu müssen, wer von uns Recht hat.
Das kann entlasten. Denn plötzlich müssen wir den anderen nicht mehr überzeugen. Wir dürfen neugierig werden.
„Wie sieht die Situation aus Deiner Perspektive aus?“
„Was bedeutet das für Dich?“
„Was ist Dir daran besonders wichtig?“
Und manchmal geschieht etwas Interessantes: Gerade wenn Einigkeit nicht mehr erzwungen werden muss, wird Verständigung möglich. Aus dem Kampf um die richtige Sichtweise kann ein Gespräch über unterschiedliche Wirklichkeiten werden. Die Unterschiede bleiben vielleicht bestehen – doch der Umgang mit ihnen verändert sich.
Und genau daraus können Lösungen entstehen.
Denn für eine gemeinsame Zukunft müssen Menschen nicht immer einer Meinung sein. Sie brauchen vielmehr einen Weg, mit ihren unterschiedlichen Sichtweisen gut umgehen zu können.
Vielleicht ist das eine der wichtigsten Erfahrungen in einer Mediation:
Wir müssen nicht gleich denken, um gemeinsam weiterzukommen.
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