Mediation: Zwei Wahrheiten. Eine gemeinsame Zukunft.
„So war das!“
„Nein, ganz bestimmt nicht!“
Vielleicht kennen Sie solche Gespräche. Beide Seiten sind überzeugt von dem, was sie erlebt haben. Und beide versuchen, den anderen davon zu überzeugen, dass die eigene Sicht die richtige ist.
Doch was wäre, wenn zunächst beide Wahrheiten ihren Platz haben dürften?
Menschen erleben dieselbe Situation unterschiedlich. Wir nehmen wahr, interpretieren und geben dem Erlebten Bedeutung. Gerade in Konflikten können deshalb zwei Geschichten entstehen, die kaum zusammenzupassen scheinen.
Mediation muss daraus nicht eine einzige Wahrheit machen. Sie gibt unterschiedlichen Sichtweisen Raum und unterstützt dabei, Verständnis für sie zu entwickeln.
Und vielleicht verändert sich genau dort etwas.
Denn Verstehen bedeutet nicht Zustimmen.
Ich kann verstehen, warum Sie eine Situation anders erlebt haben, ohne meine eigene Sicht aufzugeben. Und Sie können nachvollziehen, was etwas für mich bedeutet hat, ohne deshalb sagen zu müssen: „Du hast Recht.“
So kann aus dem Kampf um die Vergangenheit langsam eine neue Frage entstehen:
„Wenn wir beide die Vergangenheit unterschiedlich sehen – wie wollen wir dann unsere gemeinsame Zukunft gestalten?“
Plötzlich muss niemand mehr seine Wahrheit verlieren, damit etwas Neues entstehen kann.
Vielleicht brauchen wir also gar nicht immer eine gemeinsame Wahrheit.
Vielleicht brauchen wir manchmal nur genügend gegenseitiges Verstehen, um eine gemeinsame Zukunft möglich zu machen.
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