Mediation: Manchmal beginnt die Lösung dort, wo das Rechthaben aufhört
Wer in einem Konflikt steckt, kennt vielleicht diesen Gedanken:
„Aber ich habe doch Recht!“
Und möglicherweise stimmt das sogar.
Doch irgendwann kann eine andere Frage interessanter werden:
„Was möchte ich eigentlich erreichen?“
Denn Recht zu haben und eine gute Lösung zu finden, sind nicht immer dasselbe.
Vielleicht möchten Sie wieder ruhig miteinander sprechen können. Vielleicht soll die Zusammenarbeit funktionieren. Vielleicht möchten Sie als Eltern weiterhin gemeinsam Verantwortung übernehmen. Oder Sie wünschen sich einfach, dass dieser Konflikt endlich nicht mehr so viel Raum in Ihrem Leben einnimmt.
Dann kann es hilfreich sein, den Blick zu verändern.
Mediation lädt nicht dazu ein, die eigene Sichtweise aufzugeben. Sie eröffnet vielmehr einen Raum, in dem mehr als eine Sichtweise nebeneinander bestehen darf. Die Beteiligten entscheiden eigenverantwortlich über ihre Lösung; der Mediator unterstützt dabei die Kommunikation, entscheidet aber nicht für sie.
Und manchmal geschieht genau dann etwas Überraschendes:
Wenn die Frage „Wer hat Recht?“ für einen Moment in den Hintergrund tritt, werden andere Fragen möglich.
Was ist mir wirklich wichtig?
Was ist dem anderen wichtig?
Und was könnten wir daraus gemeinsam entwickeln?
Plötzlich geht es nicht mehr darum, die Vergangenheit zu gewinnen.
Es geht darum, die Zukunft zu gestalten.
Vielleicht beginnt eine Lösung deshalb manchmal genau dort, wo niemand mehr beweisen muss, dass nur einer Recht haben kann.
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