Autor: Gerfried Braune

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Welche Wirklichkeit?

Die Phase der Konfliktdarstellung ist nach der Einleitung die erste richtige Station der Konfliktbearbeitung in der Mediation. Die Mediandinnen und Medianden rhalten nun die gelegenheit, den Konflikt und dessen bisherigen Verlauf aus ihrer jeweiligen Sicht darzustellen und die jeweilig andere Mediandin/Mediand hören zu und sollen (dafür sorgt die/der Mediator/-in) die/den anderen Mediandin/Medianden nicht unterbrechen sondern

Selbst dran schuld!

Ein öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger, der gerade bei uns eine Ausbildung zum Mediator beendet hat, war anlässlich der Erläuterung  eines von ihm erstellten Sachverständigengutachtens bei einem Gericht in Bayern. Nach dem Termin kam er mit dem Richter ins Gespräch über Mediation. Der Richter öffnete einen Raum, in dem sich überall Akten stapelten und meinte:

Alle gewinnen!

Immer, wenn Mediation angepriesen wird, liest man, dass es darum geht, dass beide Parteien gewinnen (win-win-Ergebnis). Aber was heißt das eigentlich konkret und ist das immer möglich?

Denkmal einer Ehe

In Trennungs- und Scheidugnsmediationen ist meist Thema das gemeinsame Haus. Das gilt zumindest bei uns im Saarland, das bekanntlich die höchste Eigenheimdichte Deutschlands hat (sogar höher als in Baden-Württemberg). Aufgefallen ist uns dabei, dass viele der Häuser Denkmäler einer scheiternden Ehe sind.

Der Anspruch ist nicht das Interesse

Nein, es liegt nicht am Unvermögen von Richtern, das es bei Gericht in aller Regel nicht zu einer interessengerechten Konfliktlösung kommen kann. Das Problem ist, dass den Richtern nur die Akte vorliegt. In der Akte befinden sich nur die Schriftsätze mit den Anträgen. Aber die Anträge beinhalten (zumindest in den meisten Fällen) nicht das Interesse
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