Wenn alles gleichzeitig wichtig scheint, wenn Gespräche im Kreis laufen und Entscheidungen schwerfallen, fehlt oft nicht der Wille – sondern die Orientierung.
Haben Sie sich schon einmal gefragt, warum manche Konfliktgespräche stundenlang auf der Stelle treten? Man tauscht Argumente aus, man klärt Positionen, und doch fühlt es sich an, als würde man in zähem Sirup waten. Der Grund dafür ist oft systemischer Natur: Dem System (dem Konflikt zwischen den Parteien) fehlt ein entscheidender Impuls zur Veränderung –
Wer zum ersten Mal hört „Die Energie fließt, wohin die Aufmerksamkeit geht“, hält das vielleicht für einen netten Spruch aus der Persönlichkeitsentwicklung. Doch dieser Satz beschreibt ein tiefes Prinzip, das in jeder Mediation wirkt – manchmal als Hindernis, oft als Chance.
Konflikte entstehen selten aus dem Nichts. Meistens prallen nicht nur unterschiedliche Interessen aufeinander, sondern vor allem unterschiedliche Sichtweisen, Erwartungen und Denkrahmen. In der Mediation nennen wir diese oft verborgenen inneren Landkarten Paradigmen. Sie entscheiden darüber, wie Menschen Konflikte wahrnehmen, bewerten und bearbeiten – und sie bestimmen maßgeblich, ob eine Lösung überhaupt denkbar ist.
Mediation, wenn Konfliktgewitter aufziehen Man muss nicht warten, bis das Gewitter da ist und im Regen und sturm steht. Mediation ist ein probates Mittel, bereits dann die Beteiligten zu einer selbst gefundenen Konsenslösung zu führen, wenn der Konflikt noch nicht eskaliert ist. Aber selbst bei einem eskalierten Konflikt kann Mediation dazu beitragen, gute Lösungen für
Richtiger müsste es eigenlich heißen „Konflikteskalationsprophylaxe“. Denn es kann nicht darum gehen, jeglichen Konflikt von vornherein zu verhindern. Unterschiedliche Meinungen, Wahrnehmungen, Sichtweisen und Erfahrungen sind als Konfliktpotenzial vorhanden und auch notwendig. Wie soll ein Unternehmen sich weiterentwickeln, wenn alle Mitarbeiter bis hinauf zur Unternehmensführung immer der gleichen Meinung sind. Das Unternehmen würde im wahrsten Sinne