Mediation: Weil Recht haben nicht immer Frieden schafft
Es kann ein gutes Gefühl sein, Recht zu bekommen. Ein Urteil kann Klarheit schaffen, Ansprüche feststellen und einen Rechtsstreit beenden.
Und doch kennen viele Menschen eine überraschende Erfahrung:
Der Rechtsstreit ist vorbei – aber der Konflikt ist noch da.
Denn ein Gericht entscheidet darüber, was rechtlich gilt. Es kann jedoch nur begrenzt beantworten, wie Nachbarn morgen miteinander umgehen, wie Eltern weiterhin gemeinsam für ihre Kinder da sein können oder wie Kolleg:innen künftig wieder zusammenarbeiten.
Mediation öffnet deshalb den Blick über die Frage „Wer hat Recht?“ hinaus.
Vielleicht wird dann eine andere Frage wichtiger:
„Was brauchen wir, damit es für uns beide wieder gut weitergehen kann?“
Und während die Beteiligten beginnen, einander zuzuhören, können hinter Forderungen Interessen sichtbar werden. Hinter Ärger können Wünsche auftauchen. Und dort, wo vorher nur Gegensätze waren, entsteht vielleicht ein Raum für neue Möglichkeiten.
Dabei muss niemand seine Rechte aufgeben.
Es geht vielmehr darum, eine Lösung zu entwickeln, die nicht nur einen Streit beendet, sondern auch das berücksichtigt, was den Beteiligten für ihre Zukunft wichtig ist.
Denn manchmal ist der wertvollste Erfolg nicht, gegen den anderen Recht zu bekommen, sondern miteinander Frieden zu finden.
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