Mediation
Was ist das?
Jeder kann in seinem Leben in Konfliktsituationen mit anderen geraten - sei es als Nachbar, sei es als Mieter, im privaten Leben oder im beruflichen Bereich.
Für viele sind diese Konfliktsituationen mit der Vorstellung von Kampf um Gewinnen und Verlieren verbunden. Das Ergebnis der Auseinandersetzung ist oft unbefriedigend - der Streit besteht in der Regel weiter. Immer mehr Menschen suchen daher nach besseren Lösungen
Ein neuer Weg der Konfliktlösung ist Mediation.
Mediation bedeutet: Vermittlung in Streitfällen durch eine neutrale dritte Person - den/die Mediator/in.
Voraussetzung für eine Mediation ist, dass die beteiligten Partner, Gruppen oder Parteien anerkennen,
w dass sie Probleme miteinander haben
w dass sie darin übereinstimmen, dass diese Streitpunkte gelöst werden müssen
w dass sie bereit sind, sich auf einen Weg einzulassen, der zu einer konstruktiven Lösung des Konflikts führen soll.
Grundsätzlich ist Mediation in jedem Konflikt sinnvoll und anwendbar; insbesondere dann, wenn die Beteiligten auch nach Beendigung des aktuellen Konflikts miteinander in Beziehung bleiben wollen, sollen oder müssen.
Einige der Grundannahmen der Mediation sind:
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Konflikte gehören zum Leben
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langandauernde ungelöste Konflikte sind sehr belastend
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Menschen sind fähig, ihre Konflikte selbst zu lösen
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die in der Mediation erlernten Fähigkeiten sind nützlich, um zukünftige Konflikte besser zu lösen
Ziel ist: eine tragfähige Lösung,
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die die Beteiligten gemeinsam entwickeln,
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der alle Beteiligten zustimmen können,
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die zukunftsorientiert ist
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und ein faires Miteinander ermöglicht.
Der/die Mediator/in ist unparteiisch. Er/sie ermöglicht den Streitenden ihre Interessen und die dahinterstehenden Beweggründe einander darzustellen und begreiflich zu machen. Er/sie befähigt sie und hilft ihnen, in gemeinsamen Gesprächen eigene Lösungen für den Konflikt zu finden.
Das bekannteste Anwendungsgebiet der Mediation ist der Bereich Trennung und Scheidung.
Trennung und Scheidung verändern die Lebenssituation von Familien. Heftige Gefühle wie Wut, Trauer, Verletzung und Enttäuschung verhindern oft eine zukunftsgerichtete Gestaltung der neuen Lebenslage. Meistens können die Partner nicht mehr miteinander sprechen.
Gegenstand einer Mediation können die Regelung der Elterlichen Sorge, Umgangs- und Besuchsregelungen, Kinder- und Ehe-gattenunterhalt, Vermögensauseinandersetzung und Hausratsteilung sein.
Mediation wird auch in folgenden Bereichen erfolgreich angewandt:
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Auseinandersetzungen zwischen Erben, Nachbarn, Mietparteien und Hausgemeinschaften
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im Arbeitsleben, im Handel, Handwerk und Gewerbe
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im Schulwesen zwischen Lehrpersonen und Schülern, Schülern untereinander und Lehrern untereinanderw bei unterschiedlichen Vereins- oder Verbandsinteressen
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im Umweltschutz
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im Strafverfahren (Täter-Opfer-Ausgleich)
Die Mediation besteht aus mehreren gemeinsamen Gesprächen zwischen den am Konflikt Beteiligten und dem/der Mediator/in. Die Dauer der einzelnen Gespräche liegt zwischen einer und zwei Stunden. Die Anzahl der notwendigen Sitzungen richtet sich nach dem Umfang des Konflikts.
Die Mediation gliedert sich in fünf Schritte:
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Einleitung
Der Mediator erklärt das Mediationsverfahren und klärt, ob die Streitenden zu einer Mediation bereit sind. Ferner werden die in der Mediation zu klärenden Themen gesammelt.
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Konfliktdarstellung
Die Streitenden stellen den Konflikt aus ihrer jeweiligen Sicht dar. Gemeinsamkeiten werden herausgearbeitet und Unterschiede in den Positionen werden verdeutlicht.
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Konflikterhellung
Die mit dem Konflikt verbundenen Gefühle können ausgedrückt werden. Die eigentlichen Interessen sollen erkennbar werden.
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Problemlösung
Durch das fortschreitende gegenseitige Verstehen kann nun gemeinsam an der Lösung des Problems gearbeitet werden. Verschiedene Lösungsmöglichkeiten werden entwickelt.
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Übereinkunft
Es erfolgt eine Einigung auf Lösungen, die von allen Beteiligten getragen und umgesetzt werden können. Gefundene Lösungen werden in Form einer Vereinbarung schriftlich festgehalten.
Der/die Mediator/in fördert den Gang der Gespräche, hilft den Beteiligten sich ihrer Interessen bewusst zu werden und sie zu artikulieren. Er/sie sorgt dafür, dass sich niemand unterdrückt oder übergangen fühlt.
Mediation ist keine Eheberatung oder Therapie. Mediation ist auf die Gegenwart und Zukunft gerichtet. Ziel und Zweck der Mediation ist nicht, Probleme der Vergangenheit oder Beziehungskonflikte aufzuarbeiten.
Mediation ist keine alternative juristische Beratung, selbst wenn ein/e Anwaltsmediator/in tätig ist.
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